Tagespraxis: Der Start in die Jugendarbeit

Da im ersten Ausbildungsjahr der FSP ein Feldwechsel in der Praxis ansteht haben wir die Möglichkeit nach den Herbstferien durch die Tagespraxis einen ersten Einblick in den Jugendbereich zu bekommen.  Wir werden in Dreiergruppen im Zeitraum von Oktober bis Dezember einmal wöchentlich für circa drei Stunden in Jugendzentren des Landkreises Stade arbeiten.

 

Insgesamt sollen wir 30 Stunden in den Einrichtungen absolvieren. Die Stundenzahl wurde auf Grund der Corona-Pandemie von 40 auf 30 Stunden reduziert. Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass die freie Jugendarbeit momentan nicht gewährleistet werden kann. Stattdessen werden Angebote für die Jugendlichen in festen Gruppen oder durch Führen von Teilnehmerlisten durchgeführt.

 

Während der Arbeit in den Jugendzentren haben wir die Möglichkeit uns gemeinsam frei zu entfalten und eigene Projekte und Aktivitäten auf die Beine zu stellen. Hierdurch sind wir frei in unseren Entscheidungen und bekommen keine Vorgaben, da wir ohne eine anleitende Person arbeiten. Während der gesamten Zeit der Tagespraxis wird die eigene Arbeit durch die eigenständige Reflexion überdacht, um zukünftig eine qualitativ hochwertigere Arbeit zu leisten.

 

Am Ende der Tagespraxis hat die Gruppe die Aufgabe eine gemeinsame Gruppenreflexion zu erstellen. In dieser wird festgehalten wie die ersten Wochen der Jugendarbeit auf die Mitglieder der Gruppen gewirkt haben, aber auch wie die Arbeit in der Gruppe funktioniert hat. Ebenfalls erhalten die Schüler einen von der Einrichtung ausgefüllten Bewertungsbogen, um eine Rückmeldung zu ihrer Arbeit zu bekommen. 

 

 

Erfahrungsbericht: Tagespraxis in Corona-Zeiten

(ein Beitrag von Annsophie Lehmann und Denise Kluth)

 

 

Aufgrund der aktuellen Situation benötigten wir andere Möglichkeiten, um mit den Jugendlichen Aktivitäten durchzuführen. So haben wir auch Aktivitäten geplant, die online durchgeführt wurden. Es war für uns eine andere Erfahrung, die wir so normalerweise nicht kennengelernt hätten. Dabei muss man aber sagen, dass es auch zu Schwierigkeiten kam. Wir mussten in unserer Planung umdenken und viele Dinge neu bedenken, die bei einer realen Aktivität gar nicht nötig gewesen wären. So haben wir Tüten gepackt, die mit einer Anleitung und den dazugehörigen Materialien versehen waren. Dabei mussten wir beachten, dass die Jugendlichen die Tüten noch abholen mussten. Deswegen mussten wir mindestens immer zwei Wochen vorher Aktivitäten planen und die Tüten packen. Dadurch fiel aber auch leider die Partizipation der Jugendlichen weg. Im Gegensatz dazu war aber die Freiwilligkeit deutlich vorhanden. Die Jugendlichen haben sich selbst und freiwillig für die einzelnen Aktivitäten entschieden. Die Jugendlichen mussten aber mehr Verantwortung für sich übernehmen, da sie sich sehr viel selbst organisieren mussten. Wir haben sie zwar via PC unterstützt, doch mussten sie vieles alleine tun bzw. sich Hilfe bei Schwierigkeiten suchen. Doch dies war kein Problem für die Jugendlichen. Leider konnten wir die Interaktion und die Rollenverteilung der Jugendlichen nur eingeschränkt bzw. gar nicht sehen, es sei denn es waren Geschwisterpaare dabei.

 

Doch alles in allem war dies eine gute Erfahrung, die wir und die Jugendlichen machen konnten. Wir konnten den Jugendlichen in diesen schweren Zeiten die Kontaktaufnahme zu Anderen gewährleisten, doch muss man ehrlich sagen, dass es die sozialen Kontakte bei einer realen Aktivität nicht ersetzt.