Praktikumsberichte


 

Praktikumsbeginn - die erste Woche im Praktikum

 

(Ein Bericht von: Leslie-Ann Klawon und Benina Grupe)

 

Nach vier Monaten im Homeschooling sind wir nun endlich in unser Praktikum gestartet. In der FSP Unterstufe findet das Praktikum normalerweise im Jugendbereich oder im Bereich der Arbeit mit Menschen mit Einschränkungen statt, da die Ausbildung der Erzieher/innen viele Arbeitsfelder mit sich bringt, die wir kennenlernen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie haben aber leider nicht alle Jugendeinrichtungen geöffnet, nur wenige Kinder oder nehmen in dieser Zeit keine Praktikanten/innen an. Deshalb haben wir die Flexibilität bekommen auch im Krippen- oder Elementarbereich unser diesjähriges Praktikum durchführen zu können. Die Bedingung hierbei ist allerdings, dass wir unser Praktikum im nächsten Jahr, also auch unsere Abschlussprüfung, im Jugendbereich absolvieren müssen.  Dennoch haben sich einige Schüler/innen für eine Krippen- oder Elementargruppe entschieden, da sie sonst keinen Praktikumsplatz bekommen hätten.

 

Der Praktikumszeitraum war ursprünglich vom 18.01.- 25.03.2021 vorgesehen. Auch hier wurde auf Grund der Corona-Pandemie das Praktikum der aktuellen Situation angepasst und auf den Zeitraum vom 26.04. – 08.07.2021 verschoben. 

Wie werden in dieser Zeit zwei Lehrerbesuche haben, bei denen wir jeweils ein Angebot durchführen, welches bewertet wird. Im diesjährigen Praktikum spielt die Medienpädagogik eine Rolle, denn in diesem Bereich sollen wir uns ausprobieren. Dafür sollen wir ein mediengestütztes Angebot durchführen, bei dem wir uns aussuchen können, ob es in einem der beiden Lehrerbesuche vonstattengeht oder im normalen Alltag der Kinder und Jugendlichen stattfindet. Pflicht ist aber in beiden Fällen eine Ausarbeitung zu dem mediengestützten Angebot zu verfassen.

 

Durch die aktuelle Situation haben viele Schüler/innen bedenken in das Praktikum zu starten, da das Infektionsrisiko somit deutlich höher ist. Viele von uns haben zwar schon die erste Impfung erhalten dennoch fehlt nach wie vor die zweite Impfdosis, die uns den bestmöglichen Schutz bietet. Dafür stehen die Termine zwar schon fest, allerdings sind diese erst zwischen Ende Mai und Mitte-Ende Juni. 

Wir freuen uns alle sehr auf das Praktikum und sind gespannt auf die neuen Erfahrungen, die wir sammeln werden. Dennoch machen es die Umstände nicht leicht ein erfolgsversprechendes Praktikum durchzuführen. Einige Schüler/innen arbeiten in ihren Einrichtungen gelegentlich nur mit 2-3 Kindern. Dazu kommt in den Jugendfreizeiteinrichtungen auch noch die Ungewissheit welche und wie viele Kinder und Jugendliche überhaupt an Angeboten teilnehmen. Diese Gewissheit hat man in den Einrichtungen natürlich nie zu 100%, dennoch sind die Besucherzahlen Corona-bedingt weit unter dem Durchschnitt. 

 

Wir hoffen aber, dass wir alle trotz der äußeren Umstände ein lehrreiches und erfolgreiches Praktikum durchführen können. Bei den abzuleistenden Stunden müssen wir uns erst einmal weniger Sorgen machen, da diese aufgrund der Pandemie flexibel gehalten werden. Dies betrifft vor allem Krankheitsfälle oder auch Quarantänefälle. 

 

Im Anschluss möchten wir noch einen Einblick in unsere erste Praktikumswoche geben:

 

Leslie-Ann K.; Offene Ganztagsschule Harburger Straße, Buxtehude:

 

Zuvor hatte ich ein wenig bedenken, dass aufgrund der Notbetreuung, die ja kurzfristig eingeleitet wurde, zu wenig Kinder an meinem Standort sein werden, um mein Praktikum vernünftig zu absolvieren. Da ich mich dann aber eine Woche vor Beginn mit meiner Anleiterin Frau Preuß (Leitung der OGS) zu einem kurzen Gespräch getroffen habe, konnte sie mir meine Angst schnell nehmen.

Sie erklärte mir, dass aufgrund der Situation natürlich viel weniger Kinder in der Nachmittagsbetreuung wären, aber dennoch genug um tolle Projekte zu starten. Sie sagte mir, dass ich das Positive aus der Situation ziehen könne und das wäre gezielt Angebote zu planen und genug Zeit und Raum für jedes Kind zu haben. Und bei Problemen stände sie mir immer zur Seite und hätte ein offenes Ohr.

Also ging ich nun mit einem sehr guten Gefühl ins Praktikum. In der ersten Woche wurde ich herzlich von den Kindern und Kollegen/Kolleginnen aufgenommen. Die gesamte Schule wurde mir gezeigt und der situationsbedingte Tagesablauf erklärt. Die Kinder waren sehr offen und haben mich gleich in ihre Gruppe integriert. Ich arbeite nun mit Kindern im Alter von 7-9 Jahren zusammen, das entspricht der 1. und 2. Klasse. Man merkt deutlich den Unterschied zwischen dem Elementarbereich und der Grundschule anhand der Entwicklung und des Verhaltens. Ich war erstaunt wie viel die Kinder an Wissen aus der Schule mitnehmen und wiedergeben können. Bis jetzt macht mir das Praktikum große Freude, denn ich finde es spannend sich Angebote zu überlegen, die für die Kinder altersentsprechend sind und dass ich sie auch in jeder unserer Entscheidungen mit einbeziehen kann, da ihr Entwicklungsstand es zulässt. Ich bin weiterhin gespannt wie das Praktikum für mich verläuft und hoffe, dass ich mich persönlich weiter entwickle und einige Praxiserfahrungen aus der Zeit im Praktikum mitnehmen kann.

 

Benina G.; Krippe „Kleine Kraniche“, Dollern:

 

Bei meiner Praktikumswahl habe ich mich für die Krippe entschieden, in der ich auch durch das Förderprogramm des Landkreises in den Ferien arbeite. Ich kannte also meine Kolleginnen schon und auch einige Kinder. Dennoch habe ich mich zuvor sehr unsicher gefühlt, da ich in den Ferien nur für ein paar Tage in der Einrichtung war und ich somit kaum die Möglichkeit hatte mich einzufinden und mich an den Tagesablauf meiner Gruppe zu gewöhnen. 

An meinem ersten Praktikumstag hat es sich für mich angefühlt, als hätte sich in meinem Kopf ein Schalter umgelegt. Ich bin direkt am ersten Tag mit meiner Anleiterin in den Austausch gegangen, um die anstehenden Wochen und Angebote zu planen. Schon im Voraus habe ich einige Angebotsideen geplant und diese meinen Kolleginnen mitgeteilt. Diese kann ich selbstständig durchführen oder auch wir gemeinsam als Team. 

Des Weiteren hat sie mir zugesichert, dass sie mich bei dem Planen meiner Angebote so gut es geht unterstützen wird. Auch für das  durchzuführende Medienangebot haben wir erste Ideen gesammelt, da ich noch sehr ratlos war was die Durchführung in der Krippe angeht. 

Diese Unterstützung und der herzliche Empfang haben mir in dieser Woche sehr viel Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein gegeben. Ich hatte schon nach den ersten beiden Tagen das Gefühl, dass ich angekommen bin und konnte mich sehr gut in den Gruppenalltag integrieren und natürlich auch eine gute Unterstützung für meine Kolleginnen sein. 

Dennoch stresst mich der Gedanke, dass ich im nächsten Jahr meine Abschlussprüfung im Jugendbereich durchführen muss ein wenig. In diesem Bereich konnte ich nur während der Tagespraxis erste Erfahrungen sammeln aber auch schon feststellen, dass ich mich im Krippen- oder Elementarbereich deutlich wohler fühle. Allerdings kann ich mir auch gut vorstellen, dass das eigene Wohlbefinden stark davon abhängt in welcher Jugendeinrichtung man tätig ist und wie aktiv und offen die Kinder und Jugendlichen für Angebote sind. 

Aktuell blicke ich aber erst einmal positiv auf die kommenden Praktikumswochen in der Krippe und denke, dass meine gewählte Einrichtung für mich ein Ort sein wird, an dem ich mich weiterentwickeln kann. Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass ich meine Stärken ausbauen kann, neue dazugewinne und an meinen Schwächen arbeite. 

 

Verschiedene Arbeitsfelder 

Während der Ausbildung absolvieren wir verschiedene Praktika, denn so haben wir die Möglichkeit unterschiedliche sozialpädagogische Bereiche kennenzulernen. Während der 2 jährigen Ausbildung zum/zur Sozialpädagogischen Assistent/in haben wir bisher nur im Elementar und Krippenbereich einer Kindertagesstätte gearbeitet, weshalb es für uns jetzt sehr aufregend ist, im ersten und zweiten Jahr der Ausbildung zum/zur Erzieher/in mehr über andere Arbeitsfelder zu erfahren und sie in der Praxis kennenzulernen. Wir haben in diesem Jahr die Chance während unseres Praktikums, welches drei Monate lang geht, unter anderem in Jugendzentren, Schulen, Wohngruppen, Kinderheimen und mit Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Insgesamt bietet unsere vier jährige Ausbildung viele Möglichkeiten Erfahrungen zu sammeln und verschiedene Arbeitsfelder kennenzulernen.

 

Innerhalb dieses dreimonatigen Praktikums soll unser Schwerpunkt auf mediengestützten Angeboten liegen. Das bedeutet, dass wir mindestens  ein Angebot mit den Jugendlichen bzw. den Menschen mit Beeinträchtigung durchführen dürfen, das mit einem Medium begleitet wird. Dies kann z.B. eine Kamera sein, mit der ein gemeinsamer Film gedreht wird oder mit der Fotos gemacht werden können.

 


Gut vorbedacht - schon halb gemacht

Während unseres Praktikums werden wir zwei Angebote durchführen, die von einer Lehrkraft bewertet werden. Hierbei können wir selbst entscheiden, ob dies ein mediengestütztes Angebot sein soll oder eines mit einem anderen Schwerpunkt.

 

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl des Praktikumsplatzes ist, dass man im Vorwege abklärt, ob man genug Stunden in der Einrichtung arbeiten kann, um die vorgeschriebenen 300 Stunden abzuleisten. Ebenfalls ist zu beachten, dass das Tätigkeitsfeld dem Erzieher/innen-Beruf zugeordnet wird. Des Weiteren muss eine Anleitung/Mentor vor Ort tätig sein, die den Beruf des Erziehers bzw. der Erzieherin erlernt oder Sozialpädagogik studiert hat.

 

Mittendrin im Praktikum – der Anfang, die erste Aktivität und das Medienprojekt

Seit dem 26. April mache ich mein Praktikum in einer Tagesbildungsstätte, in der Kalle–Gerloff–Schule in Buxtehude, wo Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ gefördert werden. Ich bin in der Abschlussklasse tätig, diese besteht aus acht Schüler und Schülerinnen. Seit dem Anfang der Pandemie wird sie jedoch nur noch von sechs Schüler und Schülerinnen regelmäßig besucht.

Ich habe auf mein Praktikum mit großer Vorfreude gewartet, allerdings habe ich auch einige Bedenken gehabt. Ich habe noch nicht mit Menschen mit Behinderung gearbeitet und ich wusste nicht, ob ich Berührungsängste habe. Ich wusste nicht, wie ich meine Klientel anspreche, wie ich sie unterstütze. Aus den Gesprächen mit der Schulleitung habe ich erfahren, dass die Fachkräfte sehr viel Pflegearbeit machen. Außerdem solle zum Zeitpunkt meines Praktikumsbeginns ein Umweltprojekt in der Schule stattfinden. Aber viel mehr wusste ich nicht.

Jetzt, bei der Hälfte meines Praktikums weiß ich, dass ich keine bessere Entscheidung hätte treffen können. Ich habe ein kompetentes und unterstützendes Team um mich herum. Ich kann viel von ihnen lernen, ich kann Fragen stellen und ich erhalte regelmäßig Rückmeldung über meine Arbeit. Ich kann alle meine Pläne umsetzen, selbst wenn es nicht immer einfach ist, aber mit großer Flexibilität werden die Herausforderungen beseitigt.

In der ersten Woche habe ich in Absprache mit meiner Anleiterin eine beobachtende Rolle eingenommen. Ich habe versucht so viel aufzunehmen und zu verinnerlichen, wie es möglich ist. Ich konnte bereits in den ersten Tagen kleinere, wiederkehrende Aufgaben übernehmen, wie zum Beispiel die Vorbereitung des Morgenkreises oder die Unterstützung beim Frühstück. Ich habe versucht überall da zu sein und mitzumachen. Besonders gut gefallen hat mir die Arbeit in der Kerzenwerkstatt, wo ich einen Einblick erhalten konnte, wie die wunderschönen Kerzen der Lebenshilfe Buxtehude hergestellt werden.

Die sechs Schüler und Schülerinnen, die ich in diesen drei Monaten unterstützen darf, bringen alle unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Persönlichkeiten mit. Das ist natürlich eine große Herausforderung, aber deswegen finde ich diese Arbeit so spannend. Ich habe mittlerweile die Klasse etwas besser kennengelernt und mit Hilfe meiner Anleiterin kann ich einschätzen, wen und wie ich fördern kann. Ich habe meine erste bewertete Aktivität durchgeführt, wo ich mich genau deswegen für die Einzelförderung entschieden habe. Ich bin mit einem Schüler einkaufen gegangen und habe ihn unter anderem dabei unterstützt, wie er bei der Kasse mit Bargeld bezahlt.

Mein Medienprojekt führe ich mittlerweile mit mehreren Schülern und Schülerinnen durch und ich habe festgestellt, wie unterschiedlich ich den Schwerpunkt in den einzelnen Fällen setzen muss. Während jemand mit weniger Anregung und nach kurzer technischer Einleitung fast selbstständig arbeiten kann, braucht der andere mehr Unterstützung sowohl beim technischen Umgang als auch bei der Umsetzung von Ideen.

Alles in allem kann ich mir schon jetzt vorstellen, dass dieses Arbeitsfeld später für mich als mögliches Tätigkeitsfeld in Betracht kommt. Es punktet bei mir vor allem mit seiner Vielfalt. Die sozialpädagogischen Fachkräfte unterstützen und Begleiten Schüler und Schülerinnen nicht nur in den Unterrichtssituationen, sondern auch in den lebenspraktischen Alltagssituationen. Alle Schüler und Schülerinnen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit und sollen deswegen unterschiedlich angesprochen, unterstützt und gefördert werden. Dazu gibt es eine Vielfalt von Methoden, welche die pädagogischen Fachkräfte bei der Arbeit anwenden können, wie zum Beispiel verschiedene Logik–Spiele oder Symbole bei der unterstützten Kommunikation.

Aus eigener Erfahrung kann ich ein Praktikum in der Kalle–Gerloff–Schule nur empfehlen. Ich fühle mich gut aufgehoben und ich werde sehr gut angeleitet. Ich habe einen Freiraum bekommen, um vielfältige Erfahrungen machen zu können und all das bringt meine berufliche Entwicklung voran.

 

 

Boglárka Gugi FSP20B